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Bearbeitungszeitraum: 2015

Potenzialanalyse

Radschnellverbindungen_Korridore
Korridore für Radschnellverbindungen in München und Umland, Quelle: PV

Der PV hat im Auftrag der Landeshauptstadt München sowie der Landkreise Dachau, Fürstenfeldbruck, München und Starnberg eine Potenzialanalyse für Radschnellverbindungen in München und Umland erstellt. Er hat untersucht, wo solche Verbindungen aufgrund nennenswerter Quellen und Ziele für den Radverkehr sinnvoll sind. Diese Analyse ist ein erster Schritt zur Umsetzung.

 

Radschnellverbindungen sind in einigen europäischen Ländern schon seit längerem in Betrieb, in Deutschland noch relativ am Anfang. Sie sollen ein attraktives Angebot für Radfahrer auf längeren Distanzen bieten und vor allem den Alltagsverkehr – wie etwa den Weg zur Arbeit oder zur Ausbildungsstätte – erleichtern. Der Entfernungsbereich beträgt bis zu 20 km (Mindestlänge ca. 5 km) und gewinnt mit zunehmender Verbreitung von Pedelecs an Bedeutung, da sich mit ihnen lange Wege schnell und komfortabel zurücklegen lassen. Neben Wegebreiten von vier Metern für problemloses Überholen sollen Radschnellverbindungen höhere Fahrgeschwindigkeiten ermöglichen (durchschnittlich 20 km/h Reisezeit inkl. Zeitverluste an Knoten) sowie geringe Zeitverluste an Knotenpunkten gewährleisten.

 

14 mögliche Radschnellverbindungen

Die Region München mit ihren ausgeprägten Pendlerbeziehungen zwischen der Landeshauptstadt (LH) München und ihrem engeren Umland ist ideal für Radschnellverbindungen. Der Untersuchungsraum umfasst das Gebiet ab München Stadtzentrum mit einer Entfernung von rund 20 bis 25 km. Der PV analysierte Einwohnerschwerpunkte einschließlich Prognose, Arbeitsplatzzahlen und -schwerpunkte, Standorte weiterführender Schulen (FOS/BOS, Berufsschulen) und Hochschulen sowie Pendlerbeziehungen. Das Ergebnis: 14 Korridore (plus potenzielle Ergänzungen oder Verlängerungen) – jeder zwischen 11 und 25 km lang. Die Korridore sind radial auf die LH München ausgerichtet und orientieren sich am System des Schienenverkehrs. Sie sind bewusst schematisch gehalten, da es eher um überörtliche Verbindungslinien im regionalen Kontext als um Trassen geht. Der finale Verlauf ist noch flexibel.

 

Anforderungskriterien an die Korridore:

 

  • Sie greifen wesentliche Pendlerbeziehungen auf, d.h. berücksichtigen hohe Pendlerzahlen.

 

  • Sie binden Arbeitsplatzschwerpunkte an bzw. verbinden Wohn- und Arbeitsplatzschwerpunkte.

 

  • Sie binden Standorte großer Hochschulen bzw. weiterführender Schulen mit hohen Schülerzahlen an.

 

  • Sie verbinden Stadt-, Gemeinde- und Stadtteilzentren (als Standorte von Versorgungs- und Dienstleistungseinrichtungen).

 

  • Sie verbinden Orte bzw. Ortsteile mit dem Ziel, auch Teilstrecken sinnvoll zu nutzen.

 

  • Sie weisen eine Nähe zum schienengebundenen ÖPNV (S-Bahn/DB, U-Bahn) auf; das ermöglicht eine intermodale Verknüpfung an einem oder mehreren Haltepunkten.

 

  • Abschnitte, die durch unbesiedelte Gebiete (Wald, Landwirtschaft) verlaufen, bleiben möglichst kurz.

 

  • Sie verbinden Quellen und Ziele möglichst direkt.

 

  • Sie berücksichtigen Vorschläge von Gemeinden bzw. Landkreisen.

 

Die Korridore müssen nicht zwingend am Rande des Stadtzentrums der LH München enden. Im Gegenteil: Ein Weg durch das Zentrum wäre sowohl in Nord-Süd- als auch in Ost-West-Richtung wünschenswert, ist aber besonders
schwierig umzusetzen. Langfristig sollte dieses Ziel jedoch im Blick bleiben. Auch lässt sich das System weiter ergänzen: Vor allem tangentiale Verbindungen zwischen den einzelnen Ästen können sinnvoll sein, da Verkehr nicht nur zentrumsgerichtet läuft. Vor allem innerhalb der LH erscheinen Tangenten vernünftig. Aufgrund der Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte ist ein höheres Nutzerpotenzial vorhanden als in den dünner besiedelten Umlandbereichen.


Es geht weiter!

Die Mitglieder des Kreistages gaben bereits eine Machbarkeitsstudie für den ersten Radschnellweg im Norden des Landkreises in Auftrag. Die Pilotstrecke veräuft zwischen dem Münchner Stadtzentrum und dem Hochschulcampus in Garching sowie nach Unterschleißheim. Die Studie soll klären, wie viel Radfahrerpotenzial es von der Stadtgrenze nach Garching bzw. Unterschleißheim gibt, welche Trassen für einen Radschnellweg in Frage kämen und wie hoch die Kosten für einen möglichen Bau sind. Dafür arbeitet der PV erneut mit dem Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen zusammen.

 

Der PV möchte die Radschnellwege weiter vorantreiben. 13 weitere Korridore werden umfassend untersucht. Landrat Christoph Göbel, Landkreis München, forderte auf einer PV Veranstaltung im Juli 2015 den Ausbau der Infrastruktur für das Vorwärtskommen der Region. Der Vertreter der Landeshauptstadt München, Horst Mentz, Leiter der Verkehrsplanungsabteilung im Planungsreferat, sicherte im gleichen Zusammenhang planerische und finanzielle Unterstützung zu.

 

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